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musicHHwomen: Network

Fast 50 Musikfrauen gründeten am 18.06.2017 im kukuun/Klubhaus St. Pauli in Hamburg ihre eigene Interessenvertretung. Der Name musicHHwomen – art.business.media. ist dabei Programm, denn das Netzwerk will Plattform für Musikfrauen aus allen 3 Bereichen sein. Ob Musikerin (art), Bookerin (business) oder Musikjournalistin (media), allen wird das neue Netzwerk Qualifikation, Austausch, Datenbanken, Teilhabe, Stärkung, Schutz und Präsenz bieten.

Dass hinter der Gründung des Netzwerkes RockCity steht, ist konsequent. So hat RockCity von Anbeginn die Förderung von Frauen in Musikberufen auf der Agenda. Als ein reines SHE-Team im Office und mit einem 50% Frauenanteil im Vorstand, ist RockCity die wohl weiblichste Popförderinstitution Deutschlands.

Hintergrund der Netzwerkgründung ist der vorherrschende Geschlechterkonflikt in der Musikbranche. Solange kaum Erhebungen, belastbares Datenmaterial, Teilhabe am politischen Dialog oder Zugang zur zumeist männlichen Führungselite existieren, bleiben Frauen im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen im arbeitsreichen, aber schwach bezahlten Kultur- und Sozialsektor verhaftet.

Schaut man sich die Führungsebenen von Musikunternehmen an, fällt aktuell auf, dass dort kaum Frauen vertreten sind. Lediglich 7,4 Prozent der Mitgliedsunternehmen des Verbands unabhängiger Musikunternehmen (VUT) werden von Frauen geführt. Nicht anders sieht es mit dem Anteil von Frauen auf Festivals aus (unter 8,0%). Auch in anderen Bereichen sind die Zahlen beunruhigend gering: Produzentinnen, Schlagzeugerinnen, Frauen in Führungspositionen, Komponistinnen, Labelbetreiberinnen liegen unter 5,0%.

Die Ziele:

Unser gemeinsames Ziel soll es sein, Frauen beim Gründen und Arbeiten in der Musikbranche zu unterstützen. Weibliches Empowerment im Beruf zu stärken, mehr Sichtbarkeit für Frauen zu schaffen und bessere Jobbedingungen zu erwirken. Diese Maßnahmen und Formate können vielfältiger kaum sein u.a. mit Workshops, Netzwerktreffen, Mentorings, Online-Communities oder Projekten, die sogar EU weit wirken. In Talks, MeetUps und Subkonferenzen muss das Thema Frauen in Musikberufen diskutiert werden. Ziel ist ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis – alles unter 50:50 ist Steinzeit.

Female Empowerment gewinnt an Bedeutung, so entstehen auch in der Musikbranche zahlreiche Initiativen - lokal, bundesweit und international, die wir auf unserer Website www.musicHHwomen.de ebenso listen, wie Blogs, Mags, Zines und andere inspirierende Institutionen und Kollektive, die sich mit unserem Thema beschäftigen und Musikfrauen supporten.

Wichtig ist, wir brauchen Fakten. Solange kaum Erhebungen, belastbares Datenmaterial, Teilhabe am politischen Dialog oder Zugang zur zumeist männlichen Führungselite existieren, bleiben Frauen im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen im arbeitsreichen, aber schwach bezahlten Kultur-und Sozialsektor verhaftet, und nicht etwa in unser Branche, in den Aufsichtsräten und Vorständen oder Unternehmen. Das möchten wir ändern.

Es gibt mittlerweile einige herausragende Best Practise Beispiele, z.B. die Music Industry Women vom VUT in Berlin, auch die Keychange ist ein ausgezeichnetes Programm zwecks Support von Frauen, ebenso das altgediente Female:Pressure Netzwerk, das We Make Waves Festival in Berlin oder unsere erste bayerische Schwester die musicbywomen, um nur einige Beispiele zu nennen. Auch einige Festivals sind weiblicher geworden, wie das Roskilde Festival oder das Reeperbahnfestival, die die Gender Gap Bewegung aktiv supporten.

Unser Ziel aber ist es, lokale Netzwerke als music(Bundeslandkürzel)women in allen Bundesländern zu gründen, die sich für die Gleichstellung von Frauen in der Musik vor Ort einsetzen UND die Schaffung einer großen bundesweiten Datenbank aller Musikfrauen, auf die alle 16 Netzwerke zugreifen können, die ersten sind schon am Start.

Im Juni 2017 gründeten wir zunächst in Hamburg die www.musicHHwomen.de  als lokales Netzwerk. Hamburg sollte Geburtsstätte einer Bewegung werden, die Frauen und Männer gemeinsam tragen. Als reines SHE-Team im Office ist RockCity die wohl weiblichste Popförderinstitution Deutschlands und damit als Gründerin des neuen Netzwerks musicHHwomen konsequent.

Die neue Datenbank, die in Hamburg lokal gestartet ist, wird gerade auch als bundesweites Netzwerk angelegt und zukünftig auch unter www.musicwomen.de zu finden sein. Perspektivisch werden alle lokalen Netzwerke mit einer gemeinsamen CI entstehen, die auf diese zentrale Datenbank zugreifen. So wird endlich auch Evaluation möglich sein. Dazu benötigen wir Geld, damit die Idee Wirklichkeit wird. Wir sind dabei! Wir bleiben dran!

Wir wollen Themen und Diskussionen setzen, Ideen und Maßnahmen entwickeln und die wildesten Frauen und ihre Musikaktivitäten vorstellen und sich kennenzulernen, damit wir mehr Frauen in den Pop kriegen.

Andrea Rothaug

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